Kriegsgräberstätte Deblinghausen

 

Text der Gedenktafel am Eingang:

 

AUF DIESEM FRIEDHOF SIND MEHR ALS ZWEITAUSEND AUSLÄN-
DISCHE OPFER BEIDER WELTKRIEGE BEIGESETZT. DIE MEISTEN
FRAUEN UND MÄNNER KAMEN HIER ZWISCHEN 1939 UND 1945
UMS LEBEN. ES WAREN ZIVILE OSTEUROPÄISCHE ZWANGSARBEI-
TERINNEN UND ZWANGSARBEITER, ABER IN DER VIELZAHL
SOWJETISCHE KRIEGSGEFANGENE. SIE MUSSTEN IN EINEM
NAHE GELEGENEN RÜSTUNGSBETRIEB UNTER HÄRTESTEN
BEDINGUNGEN SCHWERE ARBEITEN VERRICHTEN. DIE UNZUREI-
CHENDE ERNÄHRUNG, DIE HARTE ARBEIT, DIE SCHLECHTE
UNTERBRINGUNG UND EINE MANGELHAFTE ÄRZTLICHE VER-
SORGUNG FÜHRTEN ZU MASSENHAFTEM STERBEN.

DIE OPFER WURDEN HIER IN EINZEL- UND MASSENGRÄBERN
BEGRABEN UND HABEN EIN EWIGES RUHERECHT.

DIE BEMÜHUNGEN EINZELNER AUS DER BEVÖLKERUNG
MENSCHLICH ZU BLEIBEN UND DAS LOS DER GEQUÄLTEN ZU
MILDERN, BLIEBEN WEITGEHEND FOLGENLOS.

DIESES GRAUENHAFTE GESCHEHEN MACHT BETROFFEN UND
MAHNT ZU VERSÖHNUNG UND FRIEDEN ZIWSCHEN DEN
VÖLKERN. MÖGE DIESE STÄTTE WEITERHIN DIESER ERINNERUNG
UND VERPFLICHTUNG DIENEN.

DER VOLKSBUND DEUTSCHE KRIEGSGRÄBERFÜRSORGE E.V.
GESTALTETE 1950 DIESEN EHRENFRIEDHOF ZUSAMMEN MIT
DER FRÜHEREN GEMEINDE DEBLINGHAUSEN UND EINER
INTERNATIONALEN JUGENDGRUPPE NEU. DIE PFLEGE DER
ANLAGE OBLIEGT JETZT DER GEMEINDE STEYERBERG.

DIE GEBEINE DER AUF ANDEREN FRIEDHÖFEN IN DER UMGE-
BUNG BEIGESETZTEN AUSLÄNDISCHEN OPFER BEIDER WELT-
KRIEGE WURDEN HIERHER UMGEBETTET.

JÄHRLICH IM NOVEMBER FINDET HIER EINE GEDENKSTUNDE
MIT DER JUGEND STATT.

 

 

Der Verein "Pulverfabrik Liebenau e.V." hat die Geschichte der Pulverfabrik aufgearbeitet und dokumentiert

(s. auch http://www.martinguse.de/pulverfabrik/gusepulverfabrik.pdf). Die Kriegsgräberstätte wird gepflegt durch die Soldatenkameradschaft Deblinghausen, die dabei von Jugendlichen der "Dokumentationsstelle Pulverfabrik Liebenau" (JAPL) und weiteren Einzelpersonen unterstützt wird. Letztlich verantwortlich für die Kriegsgräberstätte ist der Flecken Steyerberg.

 

Die Dokumentationsstelle:
In der "Dokumentationsstelle Pulverfabrik Liebenau", die eines Tages  in einem eigenen Gebäude ein Zuhause finden soll, sollen interessierte Besucher, vor allem aber auch die Schüler/innen der unterschiedlichsten Jahrgänge die Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit der Thematik "Nationalsozialismus" erhalten. In den nächsten Jahren werden die Forschungs- und Dokumentationsarbeiten fortgesetzt. Sie mündeten bereits in ersten Veröffentlichungen (u.a. mit der Jugend-Arbeitsgemeinschaft, die sich im Jahr 2002 gründete)